menu

Die Riester-Rente

 

Die „Riester-Rente“ ist eine Form der privaten Altersvorsorge auf freiwilliger Basis, die vom Staat gefördert wird. Der Versicherte baut durch entsprechende Beitragszahlungen langfristig Vorsorgekapital auf und erhält dafür staatliche Zuschüsse und gegebenenfalls eine zusätzliche steuerliche Förderung.

Die Riester-Rente wurde im Rahmen der Rentenreform im Januar 2002 unter der Maßgabe verabschiedet, die ebenfalls dort beschlossene Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus etwas abzufedern. Ihr entspricht im Rahmen des Altersvermögensgesetzes (AvmG) der Aufbau einer staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge.

Folgende Punkte sind hierbei zu beachten:

Prinzip Riester-Rente

Das Drei-Stufen-Modell der Riester-Rente:

1. Stufe: Der Anleger zahlt regelmäßig bis zum 60. Lebensjahr bzw. bis zum Beginn seiner Altersrente in den entsprechenden privaten Vorsor- gevertrag ein. Dieser private Vorsorgevertrag besteht entweder in Form eines Sparplans, einer Rentenversicherung oder eines Investmentspar- plans.

2. Stufe: Das angesparte Vermögen fließt nach und nach als monatliche Rente oder im Rahmen eines Auszahlungsplans an den Anleger zurück.

3. Stufe: Sie beginnt spätestens wenn der Anleger 85 wird. Um die finanzielle Versorgung auch im hohen Alter zu gewährleisten, muss auch im Fall des Auszahlungsplans das verbleibende Kapital ganz oder teilweise in eine private Rentenversicherung überführt werden. Die dritte Stufe gilt verbindlich für alle Varianten der Riester-Rente.

Tipp:
Ob jemand die zusätzlich geförderte Altersvorsorge in Form der Riester-Rente nutzen möchte, kann jeder selbst entscheiden. Die Teilnah me ist freiwillig.

Anforderung an die Vertragsgestaltung

Wer sich für die staatliche Förderung der Riester-Rente entscheidet, muss ein Produkt wählen, dass den Förderkriterien entspricht.

Hierfür gibt es eine Zertifizierung, die bestätigt, dass ein privater Altersvorsorgevertrag die gesetzlichen Voraussetzungen für die Förderung erfüllt. Zuständig hierfür ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Achtung: Ob der Altersvorsorgevertrag ökonomisch tragfähig ist und ob die Vertragsbedingungen wirksam sind, überprüft die Zertifizierungsbehörde nicht.

Tipp:
Gefördert werden private Altersvorsorgeverträge zur Riester-Rente nur, wenn sie zertifiziert sind.

Förderberechtigte Personen

Einen Anspruch auf staatliche Förderung der privaten Riester-Vorsorge haben:

  • Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Beamte
  • Richter
  • Soldaten
Keinen Anspruch auf die private Riester-Vorsorge haben:
  • Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind
  • Angestellte und Selbstständige in berufsständischen Versorgungseinrichtungen
  • Freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte
Tipp:

Auch wenn Ehepaaren nur einer der Partner zum förderfähigen Personenkreis gehört, so hat immer auch der Ehepartner Anspruch auf staatliche Förderung. Er muss dazu weder erwerbstätig noch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein oder einen eigenen Sparbeitrag leisten. Einzige Voraussetzung: Jeder Ehepartner muss einen eigenen Vorsorgevertrag abschließen.

Zulagenförderung und steuerliche Förderung

Die staatliche Förderung der Riester-Rente wird in Form einer einkommensunabhängigen Zulage angeboten. Sie setzt sich aus einer Grundzulage und einer Kinderzulage zusammen.

Jährliche Grundzulage pro Person/ jährliche Kinderzulage je Kind: 2006/2007 / 114 EUR / 138 EUR
ab 2008 / 154 EUR / 185 EUR

Tipp:
Zusätzlich zu dieser Zulagenförderung können die Altersvorsorgebeiträge nochmals als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings wird von der sich hieraus ergebenden Steuerersparnis die bereits erhaltene Zulage abgezogen. Ausgezahlt wird derverbleibende Rest.

Eigenbetrag

Jeder Förderberechtigte muss neben der Zulage auch einen Eigenbetrag leisten, um die vorgesehenen Zulangen zu erhalten. Beides macht letzendlich den gesamten Altersvorsorgebetrag aus und muss in der Endstufe der Förderung im Jahr 2008 insgesamt 4 v.H. der beitragspflichtigen Einnahmen des jeweiligen Vorjahres betragen.

Auch dann, wenn bereits der Zulagenanspruch 4 v.H. der Summe der beitragspflichtigen Einnahmen entspricht oder diese sogar übersteigt, muss generell ein bestimmter Sockelbeitrag geleistet werden, um die volle Zulage zu erhalten. Dieser Sockelbeitrag beträgt ab dem Veranlagungszeitraum 2005 mindestens 60 Euro.

Achtung:
Die Förderung wird anteilig gekürzt, sobald der Mindestalters-vorsorgebeitrag unterschritten wird.

Steuer auf die Rente

Alle Leistungen aus geförderten Altersvorsorgeverträgen, also auch die Riester-Rente, unterliegen der nachgelagerten Besteuerung. Das heißt, dass sämtliche Leistungen, die sie im Alter ausgezahlt werden, in voller Höhe zu versteuern sind.

Tipp:
Sozialversicherungsbeiträge werden aus Leistungen der Riester-Rente nicht erhoben.

Die Riester-Rente im Überblick

Was es bei der Riester-Rente zu beachten gilt:

  • Das Produkt muss staatlich zertifiziert sein
  • Für den Anbieter besteht eine umfangreichere Informationspflicht
  • Nur der förderfähige Personen erhalten auch Förderung
  • Ab 2006 werden geschlechtsneutrale Tarife eingeführt
  • Die Förderung besteht aus einer Zulagenförderung und einer steuerlichen Förderung
  • Es gibt einen einheitlichen Sockelbetrag von 60 EUR jährlich (seit 2005)
  • Seit 2005 gibt es die Möglichkeit eines Dauer-Zulagenantrags
  • Angespartes Kapital kann für eine Eigenheimfinanzierung verwendet werden
  • Angespartes Kapital wird beim Arbeitslosengeld II nicht angerechnet
  • Bei Rentenbeginn ist eine Sofortauszahlung von bis zu 30 v.H. des vorhandenen Kapitals möglich

 

Go to top
Safima GmbH hat 4,41 von 5 Sterne | 186 Bewertungen auf ProvenExpert.com